Ein Tribut an Cirith Ungol (Fanpage)
Kult ist ein Wort, das in der Musikbranche
geradezu inflationär
gebraucht bzw. missbraucht wird. Und doch gibt es wohl kaum eine treffendere
Umschreibung für die Werke der Band 'Cirith Ungol'.
Diese wurde 1971 von Robert Garven und Greg Lindstrom in Ventura bei L.A.
gegründet. Nach Jahren des Tourens durch nahezu
alle Live-Clubs in L.A., konnte schließlich (nach über acht Jahren)
das Debütalbum aufgenommen werden. 1993
wurde 'Cirith Ungol' schließlich von den Horden des Chaos eingenommen.
Thematisch hat sich die Truppe, wie der Name der Band (Cirith Ungol: ein der Tolkien'schen Welt entsprungener Turm des Bösen) schon vermuten lässt, dem Fantasy-Genre verschrieben. So ziert auch jedes Album ein bombastisches Fantasy-Cover von Michael Whelan, was diese aus der Masse der zahlreichen Metal-Scheiben herausragen lässt.
Kommerziell hatten Cirith Ungol leider nie Erfolg. Die meisten Leute können scheinbar mit dem 'Sword and Sorcery Metal' (Epic Metal) wenig anfangen. So erlotet man die Tiefen der einzelnen Meisterwerke erst - wie bei vielen genialen Songs - nach mehrmaligen Hören. Dafür ist die Belohnung dann umso süßer, bei den zahlreichen Soli und einmalig charakteristischen Riffs des Ausnahmegitarristen Jerry Fogle kann so mancher (hochgelobter) Gitarrist noch etwas lernen. Der Gesang von Tim Baker tut ein Übriges, die Combo felsenfest im Hirn des Hörers zu verankern. Der Progressiv-Fan und Herausgeber des legendären 'Giants Lore'*1, Eddi Ambrozi beschrieb dessen Stimme so: "...der sich durch die Songs kreischt und heult als wäre die letzte Prophezeiung bereits eingetreten und die Rache Gottes nahe.?"
Gerade diese Vocals machen die Songs so einmalig, und passen hundertprozentig zu der Atmosphäre, die diese ausstrahlt. Die Musik ist einfach besser als sie (anfangs) klingt! ;-) Mal im Ernst, diese Art von Metal vermag spontan die Wenigsten zu begeistern. Hat man aber, nach intensiver Auseinandersetzung, die Musik erst einmal kapiert, bleibt sie für immer unvergesslich. Ich kann sie jedenfalls nach all den Jahren immer noch begeistert anhören, was ich nur von wenigen Gruppen behaupten kann.
Ein Hauptgrund für das finanzielle Problem der ungewöhnlichen Combo war, dass sie einfach kein Label fanden, das sie angemessen unterstützen wollte. So wurden alle Alben in Eigenregie aufgenommen und über verschiedene Companies vertrieben. Allerdings ohne den sonst üblichen Support. Es stimmt traurig, dass sich ohne Promotion keine Band durchsetzen kann, und sei sie noch so gut.
Die große Masse verlangt eben nach dem von großen Musikkonzernen industriell gefertigten Mainstream-Rock, was durch den von Marketing-Strategen inszenierten Hype noch verstärkt wird. (siehe Giants Lore Mag No. 2: Gedanken eines Unbekannten)
Thomas Becker beschreibt die Misere treffend im letzten Escape Fanzine Nr. 9: ".... Für die meisten hat Musik keine andere Funktion als ein Auto oder der Fernseher, nicht auf Emotion sondern Image kommt es an, ..."
Keines der alten Werke ist wohl mehr als Original zu bekommen. Ein ersten Lichtblick war das vom Label ONE WAY RECORDS 1995 veröffentlichte Doppelalbum, welches die ersten beiden Alben als digital-remastertes Re-Release enthielt. Mittlerweile natürlich wieder vergriffen. Ein neuer Vorstoß fand 1999 statt, als METAL BLADE RECORDS die ersten drei Werke neu auflegte, wobei "Frost and Fire" und "King of the Dead" mit zusätzlichem Bonusmaterial glänzen. Im Jahre 2002 wurde schließlich ein Traum zahlreicher Cirith Ungol-Jünger wahr, als METAL BLADE RECORDS die Doppel-CD "Servants of Chaos" veröffentlichte, was mit Sicherheit dem Engagement und unerschütterlichen Willen des Bandgründers Robert Garven zu verdanken ist. Darauf finden sich wahre Leckerbissen, von Live-Aufnahmen über Aufnahmen aus Rob's Haus zu Versionen von Songs 'as they should have been released'. Zusätzlich gibt es zu jedem (!) Track einen mehrzeiligen Kommentar von Greg (CD1) oder Rob (CD2). Die ersten drei Scheiben (Re-Released) und die phänomenale "Servants..." sind immer noch erhältlich, also wer bis jetzt noch nicht zugeschlagen hat, sollte dies unbedingt tun.
*1 Ein Progressiv-Metal-Fanzine, dass Ende der 80er Jahre von zwei Privatpersonen herausgegeben wurde.
Die Alben:
(mit kurzen Demos, alle 32kbit/s, mono, je ca. 1 Min. Spielzeit)
"Frost and Fire", 1981, Liquid Flames Records, Re-Released 1999 Metal Blade Records (meine fav. Songs: I' m alive, What does it take, Edge of a knife ...) Als METAL BLADE RECORDS Re-Release erhältlich |
"King of the Dead", 1984, Electa, Enigma, One Way Records *2, Roadrunner Records, Re-Released 1999 Metal Blade Records (King of the Dead, Master of the pit (eines der genialsten Solo überhaupt), Finger of scorn, ...)
Als METAL BLADE RECORDS Re-Release erhältlich |
"One Foot in Hell", 1986, Metal Blade Records, Re-Released 1999 (Nadsokor, Blood and iron, War eternal...) Als METAL BLADE RECORDS Re-Release erhältlich |
"Paradise Lost", 1991(1988), Restless Record (Chaos rising ...) stilistisch etwas anders Nicht mehr im Handel |
"Servants of Chaos", 2002, Metal Blade Records (Master of the pit, King of the dead ...) Bei METAL BLADE RECORDS erhältlich |
Text-Auszüge
(vollst. Texte bei Klick aufs entspr. Cover)
|
Edge of a knife: ...
I got my rock'n roll haircut Chorus:
Edge of a knife, |
I'm Alive: ...
I shiver when I remember Chorus: I'm alive .... I roamed the world |
Nadsokor:
Mighty warrior, Chorus: Nadsokor.... Join the Legion: ...
Howling the metal, |
In their own Words..
Brief an einen Bamberger "priest of chaos" , ~1991, je ca. 70 kByte)
|
|
Die Mitglieder:
|
Tim Baker, vocals |
|
Robert Garven, drums |
|
|
Jerry Fogle, guitars |
|
Micheal (Flint) Vujea, bass |
|
|
Greg Lindstrom, bass 1971-1980, 2nd guitar,
Synth, E.Bow 1980-1982 |
Jim Barraza, guitars 1991-
Vernon Green, bass 1991-
Diese Homepage ist eine reine Fanpage, ohne irdendwelche kommerziellen Interessen. Der Text, sowie Bilder
und Soundfragmente sollen lediglich anschaulich machen, was die Band und ihre Werke verkörperte.
Über Anregungen, berechtigte Kritik oder auch nur
nette Emails von Gleichgesinnten würden wir uns freuen.
Kontaktadressen:
gunther@chaos-lords.deOder an Robert Garven höchstpersönlich schreiben: robertgarven@earthlink.net
Die Rechte an den Fantasy-Covern liegen ausschließlich bei Michael R. Whelan.
Die Rechte an den Fotos liegen bei Greg Hazard.
"Cirith Ungol" ist eine Warenzeichen von Tolkien Enterprises.
Dies Seite ist der Erinnerung an einen großartigen Gitarristen gewidmet,
der tragischerweise 1998 ums Leben kam:
Jerry Fogle
Best viewed with any browser and a true metal CD in your player...